Anerkennung der Kurdischen Identität

Gleiche Pflichten. Gleiche Rechte.

Wednesday, Nov 21st

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Jürgen Klute, MdEP: Kurdische Identität

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Lange wurden die Kurdinnen und Kurden, die in Deutschland leben, nicht als Kurden wahrgenommen. Sie galten - je nach dem, aus welchem Land sie kommen - als Türken, Syrer, Iraner oder Iraker. Ihre Identität wird in der Bundesrepublik - wie in vielen anderen Staaten auch - bis heute ignoriert. Aktuell werden Kurdinnen und Kurden in Deutschland immer wieder mit Terrorismus in Verbindung gebracht.

Ihnen und ihren Organisationen wird seitens der deutschen Behörden schnell eine Nähe zur PKK, der bewaffneten kurdischen Befreiungsorganisation in der Türkei, unterstellt. Darin spiegelt sich eine enge Verbindung der deutschen Politik zum türkischen Staat wider, deren Wurzeln bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück reichen. Damals unterstützte das osmanische Reich Preußen politisch und militärisch und trug somit zum Aufstieg Preußens bei.

Doch zurück zur Gegenwart. Am 1. September startet Yek-Kom, der Dachverband der kurdischen Verbände und Vereine in Deutschland, die Kampagne zur Anerkennung der kurdischen Identität. Diese Kampagne zielt darauf, dass die Bundesrepublik Deutschland die hier lebenden Kurdinnen und Kurden als eigenständiges Volk anerkennt. Die Kurden haben zwar keinen eigenen Staat. Das Gebiet, auf dem sie seit über Viertausend Jahren leben, ist heute verteilt auf die Staaten Türkei, Syrien, Irak und Iran. Doch die Kurden haben eine gemeinsame Sprache, Kultur und Geschichte. Ihr Bemühen um die Anerkennung der kurdischen Identität ist damit gut begründet.

Aus meiner Sicht verdient diese Kampagne eine breite Unterstützung auch durch deutsche Bürgerinnen und Bürger. Zum einen ist die Anerkennung der kurdischen Identität ein guter Beitrag zur Integration der hier lebenden Kurdinnen und Kurden. Nur wer seine Herkunft kennt und sich seiner Herkunft bewusst ist, kann sich auf einen für beide Seiten konstruktiven Integrationsprozess einlassen.

Die Anerkennung der kurdischen Identität durch die Bundesrepublik wäre zudem ein politisch wichtiges Signal an andere EU-Mitgliedsstaaten, ebenfalls die kurdische Identität anzuerkennen.

Und nicht zuletzt wäre es ein Signal an die türkische Regierung, den seit der Gründung der Türkei (1924) bestehenden Konflikt zwischen dem türkischen Staat und den Kurden zu einem friedlichen Ende zu bringen.

Ich werde die Kampagne unterstützen und ich hoffe, dass die Kampagne sehr viele Unterstützerinnen und Unterstützer findet.

Jürgen Klute MeEP

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